Schlagwort: Lehrkraft

2. Fachtag DAFF am 23. September 2017 in Dresden

Am 23. September findet der 2. Fachtag „Deutsch für Geflüchtete von Anfang an“ (DAFF) in Dresden statt. Er wird vom Zentrum für Integrationsstudien (TU Dresden) und dem Verein Dresden für Alle e.V. veranstaltet.

Wie auch beim ersten Fachtag (Rückblick) steht der 2. Fachtag DAFF im Zeichen von „Deutscherwerb für Geflüchtete im Spannungsfeld von Theorie und Praxis,
Institution und Ehrenamt“.

Neben dem Eröffnungspanel wird es mehrere Workshops geben. (Mehr Informationen)

Für die Teilnahme ist eine (kostenlose) Anmeldung nötig. Die Anmeldung ist bis zum 15. September auf der Webseite geöffnet.

 

Stundenanfang mit Wiederholung – oder: Warum ich es für Zeitverschwendung halte, im (Uni-) Kurs mit der Hausaufgabenkontrolle zu starten

In diesem Text stelle ich euch meine Methode vor, wie ich in einem universitären Grammatikkurs meine Stundenanfänge gestalte.


Zunächst einmal muss ich hier ganz deutlich die Unterscheidung treffen, für was für LernerInnen und unter welchen Bedingungen ich diese Methode nutze.

Der Kurs, von dem ich euch jetzt erzähle, ist ein wöchentlicher Kurs (90 Minuten) an der Universität. In der Regel wird pro Woche ein neues Thema behandelt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer (TN) sind Erasmus-Austauschstudierende, Masterstudierende aus dem Ausland und Doktoranden. Es handelt sich also um weitestgehend lerngewohnte, motivierte und selbstständige TN.

Meine Vorgehensweise würde für einen Kurs mit Lernungewohnten vermutlich nicht funktionieren. Mehr dazu später.

Stundenanfang mit Wiederholung

Nach der Begrüßung (Guten Tag/Abend, wie geht’s?) stelle ich die Eingangsfrage: „Was haben wir letzte Stunde gemacht/gelernt?“

Beim ersten Mal (also zu Beginn der zweiten Unterrichtsstunde mit dieser Gruppe) muss man eventuell noch dazu erklären: „Wir machen eine Wiederholung – ihr fangt an.“ Spätestens beim dritten Mal sollten die TN wissen, dass die Stunde stets mit der Wiederholung beginnt.

Im besten Fall rufen dann die TN Stichworte aus der letzten Stunde in den Raum. (Wenn es am Anfang hakt, leite ich mit einfachen Fragen zum Thema, um den Redefluss zu starten.)

Ich stelle mich unwissend, lasse die TN erklären und schreibe dabei an die Tafel. Mit Nachfragen lenke ich, z.B. „Was ist das?“ „Wie lautet die Regel?“ „Gibt es auch Ausnahmen?“  Der Haupt-Redeanteil liegt bei den Studierenden! Weiterlesen

„Ich weiß es nicht“ – Strategien für den Umgang mit Nichtwissen als Lehrkraft

Es ist eine Situation, vor der sich viele Lehrerinnen und Lehrer fürchten: Die Schülerinnen und Schüler haben eine Frage und man kann sie nicht beantworten. Bei Ehrenamtlichen kann diese Angst sogar dazu führen, dass sie gar nicht erst damit anfangen, ehrenamtlich Deutsch zu unterrichten.

In dem Artikel „Keine Angst vor Fehlern“ hatte ich vor einem Jahr bereits über dieses Phänomen geschrieben. Mein zusammenfassender Rat lautete damals:

(…) es ist total normal, nicht alles zu wissen, und es zeigt Stärke, wenn man dazu steht anstatt aus Verlegenheit eine womöglich falsche Antwort zu geben. Also: Habt keine Angst vor Fehlern!

Mit diesem Text möchte ich ein paar konkrete Ideen geben, wie man reagieren kann, wenn man als Lehrkraft eine Frage nicht beantworten kann oder einen Blackout hat.

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Feedback geben – mit Stickern, Stempeln und Co.

Ich kann mich noch gut an meine Grundschulzeit erinnern. In den ersten beiden Klassen gab es ja noch keine klassischen Schulnoten. Stattdessen hatte unsere Klassenlehrerin Stempel mit Tiermotiven und kleinen Botschaften, die sie unter unsere Hausaufgaben und Tests stempelte.

Wir waren vielleicht klein, aber nicht blöd – die Bedeutung der Stempel und ihre „Hierarchie“ haben wir schnell entschlüsselt. Super war besser als prima; wer ein mehr üben bekommen hat, war traurig.

Als Kind fand ich das blöd. Warum können wir nicht die richtigen Noten bekommen, so wie die älteren Kinder? Weiterlesen

IDA Dresden: So organisiert man einen Hausaufgabentreff

IDA (Initiative Deutschkurse für Asylsuchende) ist eine studentische Initiative in Dresden. Studierende und MitarbeiterInnen der TU Dresden engagieren sich mit verschiedenen Projekten für den interkulturellen Austausch und die Integration Geflüchteter.

Eines dieser Angebote ist der regelmäßige Hausaufgabentreff (oder liebevoll „Hausi-Treff“ abgekürzt). IDA-Mitarbeiter Moritz hat mir einige Fragen zum Konzept und der Durchführung dieses Angebots beantwortet: Weiterlesen

Mehr miteinander sprechen: Ideen für den Konversationskurs

In Konversationskursen steht – wie der Name schon vermuten lässt – die Konversation im Vordergrund. Sie sind eine Ergänzung zum „normalen“ Deutschkurs. Es werden keine neuen Themen eingeführt und geübt; stattdessen trainiert man die Fertigkeiten Hören und Sprechen.

Ein Konversationskurs kann verschiedene Ziele haben:

  • die Sprechzeit der einzelnen Lernenden ausdehnen
  • die Scheu vorm Sprechen verringern
  • Redemittel kennen lernen und anwenden
  • Aussprache trainieren

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Ehrenamt: 7 Kursarten zum Deutschlernen

Auf welche Art und Weise können Ehrenamtliche Geflüchteten und Migranten dabei helfen, Deutsch zu lernen? In diesem Beitrag liste ich die verschiedenen Kursarten zum Deutschlernen auf – und was man dafür braucht.

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Linguistik-Blog über Herkunftssprachen

Im vergangenen Wintersemester haben sich Linguistikstudierende an der Universität zu Köln unter der Leitung von Dr. Gabriele Schwiertz mit häufigen Herkunftssprachen von Flüchtlingen beschäftigt. Auf dem Blog herkunftssprachen.wordpress.com veröffentlichen die Studierenden Texte über die linguistischen Eigenschaften der vier Sprachen Syrisch-Arabisch, Kurdisch, Tigrinya und Hausa.

Die Texte richten sich an DaF-/DaZ-LehrerInnen und ehrenamtliche SprachbegleiterInnen. Außerdem gibt es Audio-Dateien mit Hörbeispielen. Es sind schon einige Artikel online, weitere folgen in den nächsten Wochen jeweils mittwochs und sonntags.

Mehr zu den Vorteilen, sich mit den Muttersprachen der Lernenden zu beschäftigen:

 

Mini-Methoden-Tipp-Nr. 10 – Fünf-Finger-Feedback

Was? Das Fünf-Finger-Feedback (oder auch: 5-Finger-Feedback) ist eine einfache Methode, um ein grobes Feedback von KursteilnehmerInnen zu erhalten.

Für wen? Anfänger und Fortgeschrittene

Material: Papier und Stifte für Notizen (ggf. vorbereitet als Fragebogen)

So geht’s: Du benutzt die fünf Finger einer Hand, um deine Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer nach Feedback zu fragen.

Erkläre die fünf Finger-Bedeutungen und lasse die TN etwas dazu (anonym) aufschreiben:

  • Daumen: Was war super? Was hat dir am besten gefallen? (Gefällt mir-Geste, auch wie bei Facebook) Weiterlesen